Montag, 31. Mai 2010

Tour de McFrance

Am Mittwoch morgen kamen wir in Dover an um mit der Fähre nach Frankreich zu fahren. Es war grau und regnerisch, und wir hatten noch eine Stunde Zeit, also suchten wir ein Café mit Internetzugang, um unsere Emails das erste Mal zu checken, seitdem wir in Ealing losgefahren waren. Der einzige Ort mit kostenlosem Wifi war McDonalds, also gingen wir dorthin. Leider war das ein Präzendenzfall für die letzte Woche, in der wir viel mehr Zeit bei McDonalds verbracht haben als in den letzten 30 Jahren zusammen. Wir freuen uns schon richtig, wenn wir die goldenen Bögen in der Ferne sehen, und manchmal stehen wir sogar auf dem Parkplatz, wenn das Restaurant noch geschlossen ist, um unsere Emails zu checken.

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Auf der Fähre fanden wir einen schönen Platz mit einer Steckdose, um unser Laptop aufzuladen. Unsere Tage bestehen momentan hauptsächlich darin, Supermärkte und Bäckereien zu finden, Steckdosen, Wifi Internetzugang, und eine Unterkunft oder einen Campingplatz. Nach einer guten Stunde auf der Fähre waren wir in Frankreich. Es war genauso regnerisch in Calais wie es in Dover war, und wir verließen die Stadt schnell, um landeinwärts zu fahren.

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Am nächsten Tag machten wir eine Pause und blieben auf einem Campingplatz in Ardres, in der Nähe von Calais. Es war allerdings kein normaler Campingplatz, sondern eher eine Ferienanlage, wo die Leute kleine Wohnhütten mieten, wo sie entweder für mehrere Monate bleiben, oder jedes Wochenende zum Angeln kommen. Wir waren die einzigen “Touristen” und besetzten den einzigen Zeltplatz, umgeben von kleinen Hütten mit Gartenzwergen in ihren kleine Gärtchen.

An unserem freien Tag besuchten wir den Wochenmarkt in Ardres und genossen die französischen Spezialitäten: kremigen Käse, frisches Brot, und traditionelle Brombeermarmelade. An den nächsten paar Tagen fuhren wir weiter Richtung Osten, campten und kämpften mit einem starken Gegenwind und mehr Hügeln, als wir erwartet hatten.

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Gestern entschieden wir dann, uns ein Hotel zu leisten, da es regnete und wir unsere Kleidung waschen mussten, und Batterien, Laptop und Handy aufladen. Wir kamen in Le Cateau-Cambrésis am frühen Nachmittag an, entschlossen, das meiste aus dem Nachmittag im Hotel zu machen. Wir kamen am ersten Hotel an, das aber geschlossen war. Das zweite Hotel sah sehr schön aus, war aber weit über unserem Budget. Das dritte und letzte Hotel war auch geschlossen. Währen wir vor dem Hotel standen und überlegten, was wir machen sollten, kamen die Hotelbesitzer heraus. Sie erklärten uns, dass sonntags alle Hotels in der Stadt geschlossen seien (!). Als sie unsere enttäuschten Gesichter sahen, entschieden sie, dass wir trotzdem dableiben konnten. Wir parkten die Fahrräder in der Garage und bekamen ein schönes großes Zimmer mit einem gemütlichen Bett.

Wir wuschen unsere Kleidung, hingen alles zum trocknen auf und checkten den Internetzugang. Er funktionierte nicht. Wir fragten den Hotelbesitzer. “Das Internet funktioniert am Wochenende nicht, nur montags bis freitags.” Wir verbissen uns ein Lachen, da wirklich alles in diesem Ort am Wochenende geschlossen war. Wir gingen ins Stadtzentrum, um etwas zu Essen zu finden, aber alle Cafes und Läden waren geschlossen. Nach einer Weile sahen wir Bewegung in einem Kebab-Laden. Zum Glück öffnete der Besitzer seinen Laden für uns und rettete den Tag, indem er uns einen Kebab und ein Thunfischbrot machte.

Heute morgen fuhren wir im Regen weiter, und ratet mal wo wir jetzt sind – in einem McDonalds in der Nähe von unserem Campingplatz. Der Ort, in dem wir jetzt sind, scheint montags geschlossen zu sein! Da McDonalds der einzige Ort ist, der geöffnet hat, trocknen wir hier gerade unsere Klamotten, bevor wir zum Campingplatz fahren. Über die nächsten 4 Tage werden wir nach Metz fahren, wo wir hoffentlich Freitag ankommen.

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