Sonntag, 10. Oktober 2010

10 Tipps für eine Radtour in der Türkei

Wir sind zwei Monate und 2.200km mit dem Fahrrad durch die Türkei gefahren, von der griechischen bis zur iranischen Grenze, über Istanbul, Kappadokien und Erzurum. Hier sind unsere Top 10 Tipps für eine Radtour durch die Türkei.

1. Plant Eure Route und kauft im Voraus eine Landkarte. Gute Türkei-Landkarten sind in der Türkei seltsamerweise schwer zu finden, daher ist es besser, im Voraus eine zu kaufen. Die Hauptstraßen im Osten des Landes sind nicht allzu viel befahren und haben oft einen Seitenstreifen, aber im Westen des Landes kann es sehr viel Verkehr geben (insbesondere um Istanbul und Ankara) – dort sind die Nebenstraßen eher zu empfehlen. 

2. Gute Reifen sind den Preis wert. Die türkischen Straßen bestehen meist aus rauem Teer, der im Sommer oft schmilzt, so dass dann Teerstückchen an den Reifen haften. Es gibt häufig Abschnitte mit Straßenarbeiten, also am besten sich vorher bei den Einheimischen erkundigen. Unsere Schwalbe Marathon XR Reifen (26 x 2 Zoll) waren gut und griffig, und wir hatten nur sehr wenige Platte. Wenn Ihr dünne Reifen habt, seid bereit für eine holprige Fahrt.

3. Sauberes Trinkwasser und Toiletten gibt es in fast jeder Moschee. Jedes türkische Dorf hat eine Moschee, und die meisten Moscheen haben saubere Toiletten mit Trinkwasser. Dort kann man sich auch waschen, und manche Moscheen haben sogar Duschen (allerdings nur für Männer).

4. Gewöhnt Euch langsam an die Hitze. Wenn Ihr die Türkei im Sommer besucht, seid auf heiße Temperaturen und wenig Schatten vorbereitet. Früh aufstehen und dann mittags eine Pause einlegen, Kleidung durchnässen und viel Wasser trinken hilft natürlich. Dabei aber sicherstellen, dass man auch die durch Schwitzen verlorenen Mineralien ersetzt, z.B. durch salzige Snacks. Das Anatolische Plateau ist recht unwirtlich mit nur wenig Schatten, aber mit eine Zeltplane kann man selber etwas Schatten für eine Pause erzeugen.

5. Pausen an Tankstellen einlegen. Türkische Tankstellen sind gute Rastorte – dort gibt es Schatten, Wasser, kalte Getränke, Snacks und Toiletten, und manchmal sogar ein Restaurant. Die Angestellten dort werden Euch normalerweise auf einen Tee einladen – das ist wie ein Nationalsport. An vielen Tankstellen kann man auch sein Zelt aufstellen, denn oft haben sie hinter dem Gebäude Platz. Allerdings ist es nicht gerade der ruhigste Schlafort.

6. Wählt das richtige Zelt. Wenn möglich, wählt eine gedeckte Zeltfarbe, denn in einigen Gegenden in der Türkei gibt es viel Landwirtschaft, und die Bauern wachen früh auf. Meistens werden sie zwar erfreut sein, Euch zu sehen, aber wenn Ihr nicht gesehen werden möchtet, sind dunkle Farben eine bessere Wahl. Ein freistehendes Zelt ist praktisch wenn man mal auf Zementböden campen muss.

7. Einfach fragen wenn man keinen Zeltplatz findet. Wenn Ihr keinen guten Platz für Euer Zelt in der Wildnis finden, bittet stattdessen um Erlaubnis, Euer Zelt aufzustellen. In Dörfern nachfragen ist eine gute Option, da sie oft ein passendes Plätzchen für Euer Zelt haben oder jemand vielleicht seinen Garten anbietet. Ansonsten kann man auch bei Tankstellen, Polizeidienststellen oder Bauern nachfragen. 

8. Haltet wilde Tiere fern. Lagert Eure Mülltüte nachts entfernt vom Zelt und stellt sicher, dass Essensreste gut verpackt sind. In den entfernteren Gegenden der türkischen Berge gibt es Wölfe und Bären. Weniger gefährlich aber viel üblicher sind die Feldmäuse, die den Rest Eurer Nudeln sicher genießen würden!

9. Denkt über eine Hunde-Strategie nach. Wir fanden die meisten Hunde in der Türkei ziemlich harmlos. Sie bellen zwar, ziehen sich aber letztendlich zurück. Allerdings können manche Hunde, vor allem im Osten, recht aggressiv sein. Wir hatten einen Stock und Pfefferspray dabei, haben es aber nie benutzt. Manche Leute werfen Steine, und manche schwören auf das Dog Dazer Gerät. Meistens verlangsamten wir einfach unsere Fahrt und versuchten, uns wie ein Alpha-Hund zu benehmen. Das funktionierte in allen Fällen, außer einmal, als der Hund so schnell und aggressiv war, dass Frederike nicht mal ihren Hundestock greifen konnte, bevor der Hund seine Zähne in ihre Satteltasche grub.  

10. Plant genug Zeit für kleine Schwätzchen ein. Die Türken sind sehr gastfreundlich und lieben es, sich zu unterhalten. Viele Türken sprechen Deutsch und freuen sich oft darüber, wenn sie sich endlich mal wieder auf Deutsch unterhalten können. Ansonsten hilft ein Türkisch-Sprachführer und eine Landkarte, um Eure Reise auch ohne viele Worte erklären zu können.

Unsere Türkei-Route

Fahrradroute Türkei

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1 comments:

Anonym hat gesagt…

hallo!
erst einmal gratuliere ich euch zu eurer tollen erfahrung. ich plane eine ähnliche fahrt; allerdings soll sie kürzer werden. von ankara aus möchte ich über konya nach antalya. die route ist für mich deshalb so interessant, weil sie über das taurus-gebirge führt; durch meine heimat. würd mich freuen, wenn wir uns mal bei gelegenheit näher über eure reise unterhalten könnten. noch mehr würd ich mich freuen, wenn ihr mir eine e-mail schicken würdet.
liebe grüße.
hakan
h.taner@hotmail.de

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