Mittwoch, 16. März 2011

10 Tipps für eine Radtour in Süd-Indien

In zweieinhalb Monaten sind wir per Fahrrad 2.400km in Süd-Indien gefahren. Wir haben in Goa angefangen und sind dann Richtung Süden gefahren, über die Bergstationen Ooty und Munnar, bis zum südlichsten Zipfel Indiens, und dann an der Ostküste wieder hoch bis nach Chennai. Obwohl wir anfangs einige Zweifel hatten ist Indien ein fantastisches Land zum Radfahren. Hier sind unsere Top 10 Tipps für eine Radtour in Süd-Indien.

1. Bleibt den Hauptstraßen fern. Die Wahl einer Route ist in Indien sehr wichtig. Zum Glück ist Indien so dicht bevölkert, dass es viele kleine, ruhige, geteerte Straßen gibt, die oft parallel zur Hauptstraße verlaufen. Allerdings sind sie oft schlecht beschildert. Nach dem Weg fragen ist zwar eine gute Art, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen. Wenn Ihr aber lieber selber wissen wollt, wo es lang geht, ist ein GPS Navigationsgeräte sehr nützlich.

2. Wählt Reifen mit gutem Profil. Es kann ab und zu sandige Strecken auf den Straßen geben, und manchmal landet man auch am Straßenrand, wenn ein Bus auf einen zukommt oder man plötzlich einer Kuh ausweichen muss. Das gute Profil unserer Schwalbe Marathon XR Reifen hat uns oft vor dem Ausrutschen bewahrt.

3. Kauft einen Spiegel und eine laute Hupe. Diese kann man in vielen indischen Fahrradläden bekommen. Auf verkehrsreichen Straßen ist 360° Rundum-Sicht wichtig, da Spuren und Verkehrsregeln meist nicht respektiert werden und Busse nicht immer für Radfahrer bremsen oder ausweichen. Oft fahren die Leute einfach von der Seite auf die Straße, ohne zu gucken – dann braucht Ihr Eure Hupe! Allerdings fahren die meisten Leute auch ziemlich langsam und sind an Fahrräder auf der Straße gewöhnt.

4. Lernt ein paar Worte in verschiedenen Sprachen. In Indien gibt es 18 offizielle Sprachen und man muss in jedem Staat wenigstens ein paar Worte neu erlernen. Den Leuten gefällt es sehr, wenn man sie in ihrer eigenen Sprache begrüßen kann.

5. Bringt ein paar Münzen aus Eurem Land mit. Münzen sammeln ist sehr beliebt in Indien, und viele Leute baten uns, ihnen Münzen aus unserem Heimatland zu zeigen. Münzen können gut als kleine Geschenke verwendet werden, insbesondere wenn man jemandem die Münze geben kann, die noch in der Sammlung fehlt!

6. Lent die Kunst des Kopfwackelns. Den Kopf von Seite zu Seite wackeln kann “ja”, “ok”, “kein Problem”, “danke”, “hallo” oder “auf Wiedersehen” bedeuten. Es ist eine positive Geste, die man in Indien jeden Tag sieht. Ein Kopfnicken, um “ja” zu sagen, kann dagegen Verwirrung hervorrufen.

7. Gewöhnt Euch an neugierige Leut, die mit Eurem Fahrrad herumspielen. Das Konzept von Privatsphäre und Besitztümern wird nicht so eng gesehen wie im Westen. Wenn jemand neugierig ist, zögert er nicht, Euch zu begutachten oder Eure Fahrradklingel mal auszuprobieren. Normalerweise sind die Leute harmlos und wir ließen sie einfach herumspielen. Allerdings sollten man auf jeden Fall seine Wertsachen mitnehmen, wenn man das Fahrrad nicht im Auge hat.

8. Findet Alternativen für eine Überdosis an Curry. Wir lieben die erstaunlich komplexe indische Küche, hatten allerdings Probleme mit dem Frühstück, das aus Fritiertem besteht, das in Curry gedippt wird. Am Ende hatten wir immer Müsli und Milchpulver dabei und kombinierten dies mit Parotha Fladenbrot (am Abend zuvor im Restaurant bestellt) und Bananen. Für eine Pause von den scharfen Gewürzen kann man in fast jedem Restaurant chinesische gebratene Nudeln oder gebratenen Reis bestellen. Am besten nur in beliebten Restaurants essen, um Lebensmittelvergiftungen vorzubeugen.

9. Packt einen Löffel oder eine Gabel ein. Vielleicht genießt Ihr ja das erdige Gefühl, mit den Händen zu essen, aber uns machte es nicht so viel Spaß, weshalb wir immer unsere eigenen Gabeln dabeihatten. In vielen Restaurants kann man um einen Löffel bitten, aber in kleinen Dorfrestaurants haben sie oft keine.

10. Lasst einfach los. Indien kann intensiv und anstrengend sein. Versucht, einfach loszulassen. Lasst Eure Erwartungen zu Hause und vergesst nicht Euren Sinn für Humor ;-)

Karte unserer Route durch Süd-Indien

Fahrrad-Route durch Indien

Hier gibt’s alle unsere Indien Blog-Einträge.

P.S. Wir haben jetzt endlich auch 10 Tipps für die Türkei und Iran zusammengestellt.

2 comments:

schwinki hat gesagt…

Vielen Dank für die ausführlichen Informationen. Die selben Fakten treffen dann auch genauso gut für Sri Lanka zu, in dem ich kürzlich war. Besonders die Punkte 3, 6, 7 :-) Weiterhin noch eine gute Reise.

Frederike hat gesagt…

Hehe, gut zu hören dass das auch auf Sri Lanka zutrifft. Da würden wir auch gerne mal hin!
Gruss aus Thailand!

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