Montag, 30. Mai 2011

Kakadu Nationalpark

Nachdem wir den Morgen damit verbracht hatten, unseren Mietwagen abzuholen, Essen zu kaufen und Geld zu wechseln, ging es endlich los auf die 250km Fahrt zum Kakadu Nationalpark. Mit dem Auto konnten wir in einem Nachmittag die gleiche Strecke fahren, die mit dem Fahrrad drei Tage gedauert hätte. Andere waren eher bereit, die extra Zeit zu investieren, wie wir herausfanden als wir David, einen englischen Radfahrer, an einem Rastplatz trafen. Er war von Sydney aus mit dem Fahrrad gefahren und konnte uns einige Tipps geben. Im Gegenzug zwangen wir ihm etwas zu Essen auf – endlich konnten wir mal einem Radfahrer etwas geben, und die Tatsache, dass er gerade Mittag gegessen hatte und gar nicht hungrig war, würde uns mit Sicherheit nicht davon abhalten!

Kakadu-Schild   Kakadu-Landschaft

Wir hatten gehofft, nach Ubirr zu fahren, in der nordöstlichen Ecke des Nationalparks. Dies ist ein berühmter Ort, wo man die Sonne über den Flutebenen und den Klippen untergehen sehen kann. Diese Klippen sind die Grenze zu Arnhem Land, eine ziemlich traditionelle Aboriginal Gegend, die man nur mit einer Sondererlaubnis betreten darf. Als wir allerdings an die Abzweigung nach Ubirr kamen, stand dort auf einem Schild, dass die Straße wegen Überflutung geschlossen war. Obwohl es der Anfang der Trockenzeit war, war dies keine große Überraschung, da das Northern Territory während der Regenzeit bis zu dreimal soviel Regen wie normalerweise gehabt hatte, und die Regenzeit hatte erst vor ein paar Wochen geendet.

Wir sahen einige Landrover durch den Fluss fahren und dachten uns, dass es nicht besonders tief aussah, also probierten wir es auch. Ein paar hundert Meter nach dieser erfolgreichen Durchquerung wurden wir allerdings durch einen zweiten Fluss angehalten. Dieser sah tiefer und viel breiter als der erste aus. Natürlich hatten wir das billigste Auto gemietet, keineswegs einen Landrover, und in unserem Mietvertrag stand ganz klar, dass wir nicht durch Wasser fahren sollten. Also gaben wir auf und fuhren zurück zur Hauptstraße. (Später sahen wir in einem Zeitungsbericht, dass eine Gruppe von deutschen Touristen mit ihrem Mietwagen in diesem Fluss voller Krokodile festgesteckt war und dann von den Förstern von ihrem Autodach gerettet werden musste).

Zurück auf der Hauptstraße durch Kakadu fuhren wir weiter durch die schöne bewaldete Gegend bis wir eine Abzweigung zu einem Campingplatz fanden. Dies war ein kleiner Campingplatz mit Plumpsklo, keinem Trinkwasser und einer kleinen Box, in die man die Campinggebühr einwerfen sollte. Uns war etwas mulmig, da überall Krokodil-Warnschilder standen und der Campingplatz halb von einem Fluss umgeben war. Glen’s Abschiedsworte hallten noch in unseren Ohren nach: “Krokodile kommen ziemlich weit an Land. Wenn Ihr Wasser sehen könnt, seid Ihr zu nah dran!”

Allerdings hatten wir nicht die Wahl, denn es wurde schon dunkel und wir fanden später heraus, dass die Situation auf allen Campingplätzen in Kakadu ähnlich war. Also stellten wir unser kleines Zelt auf, stellten sicher dass andere Camper zwischen uns und dem Fluss waren, und hielten immer Aussicht nach dunklen Silhouetten, die durch das Gebüsch auf uns zukamen. Wir kochten unser Essen an einem Picknicktisch und konnten sogar ein Feuer machen. Als wir vor unserem Feuer saßen, waren wir ziemlich froh, dass wir in Hüte und Kopfnetze investiert hatten, denn die Fliegen und Mücken waren unerträglich. 

Bitte nicht schwimmen   Sehr nuetzlich: Kopfnetz

Es war toll, in unserem Zelt aufzuwachen, von der australischen Landschaft mit all den Vögeln und den Eukalyptusbäumen umringt. Unsere erste Anlaufstelle war das Bowalie Besucherzentrum, wo unsere Geldbörsen um die teure Eintrittsgebühr für den Nationalpark erleichtert wurden. Dort besuchten wir auch eine Ausstellung über die Flora und Fauna der Kakadu Gegend.

Als nächstes fuhren wir nach Nourlangie, einer historischen Stätte mit Felsmalereien. Ein Rundgang führte uns an Felsmalereien der Aboriginals vorbei, die verschiedene Dinge wie Känguruhs, Tänzer und Blitz-Götter zeigten. Eine der Grotten wurde seit 20,000 Jahren als Zuflucht benutzt.

Felsgemaelde von Taenzern   Schoene Aussicht

Weiter ging es nach Cooinda. Da wir Ubirr nicht sehen konnten und auch einige der Wanderwege wegen Überflutungen geschlossen waren, hatten wir entschieden, den Yellow Water Cruise zu machen, um etwas mehr von Kakadu zu sehen. Der Yellow Water Billabong ist ein See, der das ganze Jahr über Wasser hat und mit einem Feuchtgebiet und einem Flusssystem verbunden ist.

Yellow River Feuchtgebiet

Sobald wir im Boot waren, sahen wir unser erstes Krokodil, das im Wasser in der Nähe herumkreiste. 

Wer schwimmt denn da?

Die Krokodile in Kakadu sind hauptsächlich Salzwasserkrokodile, die größer und aggressiver als die Süßwasserkrokodile sind. Obwohl die Salzwasserkrokodile vor einiger Zeit vom Aussterben bedroht waren, sind sie seit den 70ger Jahren geschützt. Seitdem ist ihre Anzahl auf über 100.000 allein im Northern Territory hochgeschossen. Wie Glen und Ruth uns erzählten, sollte man hier nicht im Meer oder in den Flüssen schwimmen, da Krokodil-Attacken häufig vorkommen.

Im Feuchtgebiet gab es unglaublich viele Vögel und wir sahen unter anderem viele Reiher, Adler und australische Vögel wie Corellas und Jabirus.

Wir sahen auch vier weitere Krokodile. Die meisten sonnten sich am Flussufer und grinsten dabei mit ihren Krokodilzähnen zufrieden vor sich hin. Eines der Krokodile (4,5m lang) kreiste seine üblichen Runden und überwachte sein Gebiet.

Voegelchen   Ausruhen vor der Jagd

Abends fanden wir einen weiteren guten Campingplatz. Die Campingplätze hier in Australien sind so anders als die manikürten Rasen und Hecken in Europa. Man hat viel mehr Platz und man kann oft ein Feuer machen, so dass man sein Känguruh-Steak gleich darauf grillen kann.

Feuchtgebiete    Lotus-Blume

Am Morgen wollten wir zurück nach Darwin fahren, um noch einiges zu erledigen, bevor es am nächsten Tag mit dem Fahrrad weiterging. Wir waren voller nervöser Energie, da wir wussten, dass wir eine anstrengende Fahrt vor uns hatten.

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