Sonntag, 15. Mai 2011

Singapur

Für den Grenzübergang nach Singapur folgten wir einfach der Motorradspur, um über die Brücke zu gelangen. Der Grenzbeamte war recht erstaunt über unsere Pläne als wir ihm unsere Adresse in Singapur gaben: “Ihr wollt den ganzen Weg bis zum Sunset Way mit dem Fahrrad fahren? Das ist ziemlich weit!” Es waren gerade mal 15km…

Wir hatten im Voraus arrangiert, bei Chuen und seiner Mutter über Warmshowers zu übernachten. Da Chuen noch bei der Arbeit war, ließ seine Mutter uns ins Haus. Wir konnten unser Glück gar nicht fassen, denn wir hatten unser eigenes Zimmer, Platz um die Fahrräder zu putzen und einzupacken, und sehr nette Gastgeber die uns mit allem halfen, dass wir brauchten.

Chuen   Mit Frau Chou

Den folgenden Tag verbrachten wir damit, Fahrradkartons zu besorgen. Leider gab es keine in der großen Größe, die wir für unsere Tourenräder eigentlich brauchen, aber am Ende fanden wir kürzere, breitere Kartons, die gut passten solange wir beide Räder und Gepäckträger abnahmen.

Marina Bay   Frederike packt die Fahrräder ein

Chuen ist ein Ingenieur, der in Kalifornien studiert hat und dann eine Fahrradtour quer durch die USA machte. Er ist sehr nett und großzügig, und wir gingen zusammen gegrillten Stachelrochen essen (lecker aber sehr scharf gewürzt!). Er zeigte uns auch das Stadtzentrum um Marina Bay mit seinen futuristischen Gebäuden. Eines davon bestand aus einem Schiff, das auf drei Hochhäuser gesetzt war, und ein anderes sah aus wie eine riesige Durian-Frucht. An einem Morgen fuhren wir mit Chuen zu den beschaulichen Reservoirs, die in Parks in der Mitte der Stadt lagen. Obwohl es Sonntag morgen war, waren fast keine Leute da. Anscheinend ziehen es die meisten Bewohner Singapurs vor, ihre Zeit in klimatisierten Einkaufszentren zu verbringen.

Strenge Regeln   Ein See in Singapur

An einem Abend trafen wir uns mit Tze-Ern und Ben, einem humorvollen Paar aus Singapur. Sie hatten sich mit Guy’s Eltern angefreundet, als sie in ihrem B&B in Australien übernachteten. Um uns ihr Lieblingsrestaurant zu zeigen, holten sie uns von Chuen’s Haus ab. Das Restaurant spezialisierte sich auf “Chicken Rice”, ein Gericht das in Singapur sehr ernst genommen wird, da es auf eine ganz bestimmte Weise zubereitet werden muss. Es war sehr lecker, mit den Beilagen von Austern-Omelette, seidigem Tofu und gebratenem Gemüse. Als Psychiaterin kommt Tze-Ern manchmal für Konferenzen nach Melbourne, so dass wir sie vielleicht bald wiedersehen werden. Leider ist es für Ben als Arzt nicht immer so einfach, freizunehmen um mitzukommen.

Ben und Tze-Ern   Tofu auf jede Art zubereitet

An unserem vorletzten Tag trafen wir uns mit Thomas, ein dänischer Fahrradfahrer, der seit Bangkok auf einer ähnlichen Route wie wir unterwegs war. In der Nähe von Marina Bay aßen wir gemeinsam etwas und unterhielten uns über unsere Reisen. Wir freuen uns schon darauf, seine Abenteuer in Indonesien und Australien zu verfolgen. 

Zu viel Auswahl   Thomas

Nach unserem Abendessen fuhren wir ans andere Ende der Stadt, um die berühmte Singapur Nachtsafari zu besuchen. Die Safari war ziemlich cool und bestand aus einem Spaziergang und einer Tramfahrt durch den Tierpark. Der Singapurer Zoo hat ein offenes Konzept, das heißt die Tiere werden hauptsächlich durch Gräben und andere natürliche Barrieren in ihren Gehegen gehalten. Die meisten Tiere waren sehr nah an der Trambahn, ca 10m entfernt, so dass es sich anfühlte als ob man sie fast anfassen könnte. Wir sahen Elefanten, Giraffen, Löwen, Tiger, Leoparden, Nilpferde, Rhinozerosse, Büffel, Rehe und viele andere Tiere. Ein Spaziergang im Fledermaus-Gehege war eine Erfahrung für sich, wobei katzengroße Fledermäuse uns um die Ohren sausten und uns mit Exkrementen bombardierten! Die Nachtsafari war ein verfrühtes Geburtstagsgeschenk für Frederike, da wir an ihrem eigentlichen Geburtstag damit beschäftigt sein würden, zu packen und zum Flughafen zu gelangen.

An unserem letzten Morgen verabschiedeten wir uns von Chuen, als er zur Arbeit fuhr, packten fertig, aßen ein letztes Eis in der Eisdiele in der Nähe und warteten auf unser Flughafen-Taxi. Es war schwer zu glauben, dass unsere Zeit in Asien zuende war, aber gleichzeitig freuten wir uns sehr darauf, das Land besser kennenzulernen, in dem wir fortan leben würden: Australien. 

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