Donnerstag, 16. Juni 2011

Die Devil’s Marbles, ein UFO-Zentrum und ein freundlicher Dingo

Tennant Creek – Barrow Creek

Tennant Creek hatte eine seltsame Atmosphäre mit seinen vergitterten Fenstern, geschlossenen Läden und einem Cafe, das von einer Art Schutzkäfig umgeben war. Das interessante Nyinkka Nyunyu Kunstzentrum mit seinem ruhigen Garten und Cafe fühlte sich wie ein Sonnenstrahl im Gegensatz zum Rest des Ortes an. Wir hatten eine gute Unterhaltung mit einem Aboriginal Mann, der die Gallerie leitet und der auch jungen Leuten das Reiten beibringt, so dass sie auf Bauernhöfen Arbeit finden können.

Drei Tage lang aßen wir viel, arbeiteten an unserem Blog, ruhten uns aus und unterhielten uns mit anderen Reisenden auf dem Campingplatz. Zu unserer Erleichterung wurde der Wind während unseres Aufenthalts schwächer. Angeblich war die letzte Woche ungewöhnlich stark windig gewesen, so dass wir hofften, dass der Gegenwind für die nächsten 500km nach Alice Springs nicht mehr so schlimm sein würde.

Nach unserer letzten Erfahrung, nicht genug zu essen dabei zu haben, verließen wir den Ort mit allen Nahrungsmitteln, die wir nur tragen konnten, und zelteten nach 90km auf einem kleinen Rastplatz. Man darf auf diesen unbemannten Rastplätzen schlafen, aber leider eignen sich viele nicht so gut für Zelte. Auf diesem Rastplatz fanden wir aber einen guten Platz für unser Zelt, mit einem kleinen Tisch und einem Wassertank. Wir teilten die Gegend mit fünf Gruppen von grauen Nomaden in ihren Wohnwagen und einem Mann, der in einem Swag (australischer Schlafsack aus Schafsfellen) auf der Ladefläche seines Pickups schlief.

Guy an der Raststaette

Am folgenden Morgen fuhren wir zu den Devil’s Marbles. Diese erstaunlichen Granitformationen sind über eine Milliarde von Jahren durch die Wüstenwinde abgerundet worden und balancieren so aufeinander, dass es aussieht als ob sie nur Sekunden davon entfernt sind, herunterzufallen.

Regenbogenschlangen-Eier   Devils Marbles

Die Aboriginals glauben, dass die Steine die Eier der Regenbogenschlange sind, und die Devil’s Marbles sind ein wichtiger Dreaming Ort, der mit der Dreamtime Schöpfungs-Geschichte zusammenhängt.

Gespaltener Stein   Freddie bei den Devils Marbles

Nach einem Spaziergang wollten wir gerade weiterfahren, als wir unseren ersten Dingo sahen. Vielen Australiern sind diese wilden Hunde nicht ganz geheuer, denn manchmal attackieren sie Schafe, und ein oder zweimal sind auch Kinder angefallen worden. Wir hatten die Dingos nachts in der Nähe unserer Zeltplätze heulen hören, hatten aber noch keinen gesehen. Dieser Dingo war gar nicht scheu und schien fast für unsere Fotos zu posieren, als er sich in der Morgensonne wärmte.

Unser erster Dingo   Dingo sonnt sich

Unsere nächste Pause nach dem Mittagessen war beim UFO Zentrum in Wycliffe Wells. Dieses Roadhouse liegt auf einer Kreuzung von Energielinien, so dass anscheinend alle UFOs in der Gegend direkt darüberfliegen. Es gab auch wirklich eine ungewöhnlich hohe Anzahl an UFO-Sichtungen in dieser Gegend. Wir fragten uns, ob es etwas mit dem komischen Geschmack des Trinkwassers zu tun hatte. Die Bar war voller Zeitungsausschnitte über UFO-Sichtungen. Wir blieben allerdings nicht lange. Frederike duschte dort und dann fuhren wir weiter, um einen Zeltplatz zu finden.

Auf dem Weg fand Guy eine Gitarre, die im Gras in der Nähe der Straße lag. Sie war noch recht gut erhalten, nur ein paar Stränge waren kaputt. Guy versuchte, die Gitarre mitzunehmen, aber sie passte nicht auf sein Fahrrad. Daher ließ er sie am Straßenrand liegen. Ein paar 100m weiter sahen wir, wie ein Auto anhielt und ein Passagier ausstieg, um die Gitarre mitzunehmen.

IMG_2470     Beide passen nicht

Wir fanden einen guten Platz für unser Zelt in der Nähe der Abzweigung nach Ali Curung, dem Aboriginal Dorf, in dem Ruth (bei der wir in Darwin gewohnt hatten) aufgewachsen war. Als wir morgens aufwachten, fehlte etwas: Der Wind! Das erste Mal, seit wir in Australien angekommen waren, war es sehr windstill, mit nur ein bisschen Gegenwind am Nachmittag.

Am nächsten Tag kamen wir in die Nähe der Stelle, wo der englischer Backpacker Peter Falconio in 2001 tragischerweise ermordet wurde. Er und seine Freunding waren von einem Mann angehalten worden, der so tat als ob er Probleme mit seinem Auto hatte und dann Peter erschoss, während seine Freundin entkam.

Uns war etwas gruselig, als wir in die Nähe des Tatorts kamen. Genau dann bemerkten wir, wie ein Pickup hinter uns seine Fahrt verlangsamte und uns folgte. In unseren Rückspiegeln sahen wir, wie er langsam näherkam und dann neben uns herfuhr. Es war das erste Mal in Australien, dass ein Auto so langsam neben uns herfuhr. Wir hatten zu viel Angst, unsere Köpfe zu drehen und uns den Fahrer anzusehen, bis wir eine freundliche Stimme hörten, die uns antrieb: “Weiter so, ihr seid fast oben!” Wir waren sehr erleichtert, als uns klar wurde, dass dies nur ein weiterer Tourist war und doch kein Mörder :-)

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