Montag, 12. September 2011

Die Great Ocean Road

Timboon – Skenes Creek

Zurück an der Great Ocean Road hielten wir bei einigen der vielen Felsformationen an, die durch die stürmische See ausgehöhlt worden waren. Sturmwolken bildeten einen bedrohlichen Hintergrund und der Wind trieb die Wellen mit zerstörerischer Macht gegen die Küste. In der heutigen Wettervorhersage für Surfer stand einfach: “Zu hoch”.

Bis 1990 war London Bridge (Bild unten) mit dem Land verbunden, wobei die Felsen eine natürliche Brücke mit zwei Bogen bildeten. Einer der Bogen war eingestürzt, so dass zwei Leute (Gerüchten zufolge hatten sie eine Affäre!) stundenlang auf dem Felsen steckenblieben, bis sie durch einen Hubschrauber gerettet wurden.

 London Bridge

In Port Campbell legten wir einen regnerischen Ruhetag ein – unseren letzten auf dieser Reise. Am folgenden Morgen besuchten wir die beeindruckende Loch Ard Schlucht, so genannt nach dem Englischen Passagierschiff, das hier 1878 in dichtem Nebel an den Klippen zerschellte und zugrunde ging. Nicht umsonst heißt diese zerklüftete Küste die Schiffwracks-Küste, denn hier liegen mehr als 50 Schiffswracks, die meist aus dem 19. Jahrhundert stammen.

12 Apostel

Ein Besuch bei den 12 Aposteln, der berühmtesten Sehenswürdigkeit der Great Ocean Road, verwunderte uns etwas, denn es sind nur noch 8 dieser Kalksteinformationen übrig, wobei der letzte Apostel in 2005 eingestürzt war. Es ist dennoch ein beeindruckender Anblick, vor allem in windigem Wetter wenn die meterhohen Wellen auf die Klippen prallen. 

Schoene Aussicht   Guy und Frederike

Nun ließen wir die Küste erstmal hinter uns und bereiteten uns auf den letzten Berg unserer Reise vor: Den 500m Anstieg in den Otway Nationalpark. Die kurvige Straße war recht ruhig und führte durch dichten Regenwald. Der Anstieg war ziemlich steil aber machbar. Da es den ganzen Tag regnete, waren wir nicht erfreut, als wir in Lavers Hill ankamen und der Campingplatz, den wir dort erwartet hatten, nicht existierte.

Wir hatten genug davon, nass und kalt zu sein, und daher leisteten wir uns ausnahmsweise eine Nacht in einem Motel. Frederike’s Vater, dem wir wohl leid taten, weil wir immer nur zelteten, hatte uns ein “Vergnügensbudget” für unsere letzten paar Tage gegeben, das wir für Essen, Kaffee und diese sehr geschätzte Nacht im Motel ausgaben. Danke Papa!

Als wir zu dichtem Nebel und Nieseln aufwachten, schauten sechs Alpakas in unser Motel-Fenster. Mit Regenjacken und Fahrradlampen an fuhren wir weiter. Wir hatten beschlossen, ein wenig das Hinterland und die Gegend um Beech Forest zu erkunden.

Papagei   Frederike auf Turtons Track

Nach einem Kaffee und einem leckeren Mittagessen im Ridge Cafe in Beech Forest waren wir erfrischt und fuhren in Richtung Turtons Track weiter. Turtons Track ist eine schmale Holzfäller-Straße, die gerade erst geteert worden war. Sie mäandert durch einen Regenwald mit beeindruckend hohen Buchen und dichten Farnen und Moosen. Es war eine sehr schöne Fahrt und eine gute Alternative zur verkehrsreicheren Great Ocean Road zwischen Lavers Hill und Skenes Creek.

Turtons Track

Nachdem wir Turtons Track verlassen hatten, wurden wir durch eine tolle 10km lange Abfahrt mit dramatischer Aussicht über’s Meer belohnt, als wir nach Skenes Creek fuhren und damit zurück zur Great Ocean Road kehrten. Nach unserem letzten Umweg waren wir nun nur noch ZWEI TAGE von zu Hause entfernt; aufregend, aber auch ein wenig beängstigend.

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